NEWSID: 2719
Datum: 20.02.2026 - 07:37 Uhr | Schleswig-Holstein
Gebäudebrand in Dellstedt - Neues Hydrantennetz erschwert aufgrund fehlender Pläne massiv Löscharbeiten der Feuerwehr
Hausbewohner konnten nicht angetroffen werden - Feuerwehr kann nicht ausschließen, ob noch Personen im Haus waren - Feuerwehr rettet fünf Personen aus Nachbargebäude - Kriminalpolizei ermittelt
Datum: 20.02.2026 - 07:37 Uhr
Ort: Dellstedt / Schleswig-Holstein
/ Kreis Dithmarschen
In der Nacht zu heute ist es in der Straße Bachreihe in Dellstedt zu einem Großbrand gekommen. Gegen 02:41 Uhr brach direkt gegenüber der Feuerwache ein Feuer im Dachstuhl eines Einfamilienhauses aus. Innerhalb kürzester Zeit stand das Gebäude in Vollbrand.
Über die Leitstelle wurde umgehend die Alarmstufe auf „Feuer 2“ erhöht. Trotz der unmittelbaren Nähe zur Feuerwehr konnten die Löscharbeiten jedoch erst mit rund 20-minütiger Verzögerung beginnen. Hintergrund sind Probleme mit dem kürzlich erneuerten Wassernetz für die Hydranten im Ort.
Die alten Hydranten waren bereits außer Betrieb genommen worden. Zwar sind die neuen Hydranten nach Angaben vor Ort bereits in Betrieb, jedoch fehlte bislang eine entsprechende Beschilderung für die Feuerwehr. Zudem lagen den Einsatzkräften noch keine aktuellen Pläne mit den neuen Standorten vor, da diese offenbar noch nicht fertiggestellt waren. Die Suche nach geeigneten Wasserentnahmestellen gestaltete sich zusätzlich schwierig, weil die Gehwege mit Schnee und Eis bedeckt waren. Dies kostete ebenfalls wertvolle Zeit.
Durch diese Umstände verzögerten sich die Löscharbeiten erheblich. Nach ersten Erkenntnissen bestand in diesem Fall keine Gefahr für Menschenleben. Dennoch zeigt der Vorfall deutlich, wie kritisch funktionierende Infrastruktur im Ernstfall ist – insbesondere dann, wenn jede Sekunde zählt.
Nachdem die Löschwasserversorgung sichergestellt war, konnte das brennende Haus von allen Seiten bekämpft werden. Die Feuerwehr evakuierte vorsorglich angrenzende Gebäude, sodass keine Gefahr für Anwohner oder Tiere bestand. Zum Schutz eines benachbarten Hauses wurde eine sogenannte Riegelstellung aufgebaut, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.
Die Löscharbeiten werden sich nach Angaben der Feuerwehr noch bis in die Morgenstunden hinziehen. Zur Beseitigung letzter Glutnester wurde zusätzlich ein Bagger angefordert. Laut Polizei waren in dem Haus drei ukrainische Bewohner gemeldet. Nach bisherigen Erkenntnissen befanden sie sich jedoch zum Zeitpunkt des Brandes nicht im Gebäude. Bereits rund eine Stunde nach Brandausbruch traf die Kriminalpolizei am Einsatzort ein und nahm die Ermittlungen zur Brandursache auf.
Insgesamt waren etwa 60 Einsatzkräfte im Einsatz. Neben der Feuerwehr Dellstedt unterstützten auch die Wehren aus Tellingstedt, Wrohm, Süderdorf, Welmbüttel und Gaushorn die umfangreichen Löscharbeiten.
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