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Datum: 02.10.2019 - 02:00 Uhr | Schleswig-Holstein

Historisches Haus niedergebrannt: Flammenmeer vernichtet über 320 Jahre altes Wohnhaus auf bekanntem "Masurenhof" - Polizei nimmt Tatverdächtigen fest

35-jähriger wird der Brandstiftung verdächtig - Besitzer und Mieter des Hauses im O-Ton - Haus mit vier Wohnungen brannte lichterloh - Feuerwehr im Großeinsatz

Historisches Haus niedergebrannt: Flammenmeer vernichtet über 320 Jahre altes Wohnhaus auf bekanntem

Datum: 02.10.2019 - 02:00 Uhr
Ort: Hamweddel bei Jevenstedt / Schleswig-Holstein / Rendsburg-Eckernförde

Über 320 Jahre lang bot das Wohnhaus auf dem Masurenhof in Hamweddel bei Jevenstedt im Kreis Rendsburg-Eckernförde den Menschen Schutz vor Wind und Wetter und ein Zuhause - doch in der Nacht zum Mittwoch vernichtete ein Großfeuer das gesamte, im Jahre 1696 errichtete Haus, in dem sich vier Wohnungen und ein Zimmer befanden.
Als Hofbesitzer Günter Lingner aus dem Schlafzimmmerfensters seinem benachbarten Haus schaute entdeckte er den Brand - und machte sich sofort auf dem Weg zu seinen Mietern. Da traf die Feuerwehr gerade ein - und das Haus brannte bereits lichterloh.

Über 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten an, um den Brand zu bekämpfen. Doch trotz eines massiven Löschangriffs konnten die Einsatzkräfte das Haus nicht mehr retten. Im Holz des Dachstuhls fanden die Flammen schnell Nahrung und breiteten sich rasant aus.

Alle Bewohner konnten sich jedoch ins Freie retten und blieben - bis auf einen Schock - unverletzt. So auch Mieter Uwe Kilian, der zunächst im Hauses seines Vermieters Zuschlupf fand. "Ich hörte Knallgeräusche und dachte an Feuerwerkskörper - doch dann entdeckte ich den Brand. Wir sind dann nur schnell raus und mussten auch draußen bleiben", schildert er seine Erlebnisse.

Wo und warum das Feuer in dem historischen Gebäude ausbrach ist noch völlig unklar. Die Polizei hat noch in der Nacht die Ermittlungen aufgenommen.

Noch in der Nacht nahmen die Ermittler einen 35 Jahre alten Mann fest. Dieser steht im Verdacht, den Brand gelegt zu haben. Er wird aktuell von der Kriminalpolizei befragt.

© westkuesten-news.de / Florian Sprenger
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Unsere O-Töne
- NEU: situativer O-Ton und Antextbilder mit Günter Lingner, Eigentümer: ...zeigt auf ausgedruckte Bilder des noch intakten Hauses und erklärt Lage ma Brandobjekt im Hintergrund. "Mit dem Mieter habe ich wenig gesprochen, eigentlich keinen vollständigen Satz. Der ist hier immer mit dem Fahrrad und der Mofa rumgefahren. Einer geregelten  Arbeit ging er nicht nach. Er hatte eine Katze, die lief hier aber wohl frei rum und hat Ärger gemacht. Dann kam das Amt und hat die Katze mitgenommen. Da war es völlig aus mit ihm. Er hat andere Mieter beleidigt mit Schimpfworten die nicht schön sind...Man weiß ja nicht ob er es war, das muss man ja beweisen. Hier ist alles weg, alles zerstört. ..zeigt auf weiteres Bild: "Hier hat der Mann in dem Zimmer gewohnt...."
- NEU: O-Ton und Antextbilder mit Sönke Petersen, Polizei Neumünster:
"Der Brand wurde gegen 01:30 Uhr gemeldet. Die Einsatzkräfte fuhren dann dort hin, da brannte das Haus aber schon in voller Ausdehnung. Es handelte sich insgesamt um vier Bewohner die in diesem Haus gewohnt haben, diese konnten allerdings Gott sei Dank das Haus vorher verlassen und sind nicht verletzt worden. Wir haben einen 35-jährigen Tatverdächtigen, der der Brandstiftung verdächtig ist. Alles weitere müssen dann die Ermittlungen im Laufe des Tages ergeben. Eine Brandstiftung steht im Raume, weitere Angaben können wir dazu noch nicht machen. Wir müssen abwarten was die Ermittlungen vor Ort in der Brandruine und die Aussagen des Beschuldigten ergeben. Die Kollegen vor Ort werden sich die Brandstelle jetzt ganz genau ansehen und dort Spuren sichern und das dann mit den Aussagen des Beschuldigten abgleichen. Das Haus ist ein Totalschaden, es ist komplett heruntergebrannt. Die Bewohner werden in dieses Hauses nicht wieder zurückkehren können. Zum Schaden können wir noch nichts sagen, es handelt sich ja um ein sehr altes Haus, das über 300 Jahre alt ist, von daher müssen wir erstmal abwarten was die Schätzungen ergeben."

- O-Ton Günter Lingner, Maler und Vermieter vom Masurenhof-Kollmoor: 
"Bei uns auf dem Masurenhof hat es gewaltig gebrannt - ein Gebäude von 1696 - 1882 wurde es mal erweitert - seid 1966 leben ich hier mit meiner Frau - wir schauten aus dem Schlafzimmer und sahen einen Brand wie noch nie zuvor gesehen - sowas haben wir noch nie erlebt - ich habe erstmal ganz schnell meine Hose, Jacke und Schlüssel gesucht und sind danach sofort raus - 
unser Haus ist circa 150 Meter entfernt - Feuerwehr kam denn auch schon gleich und sperrte alles ab - ist sind dort vier Wohnungen und ein Zimmer drin und alle sind vermietet - mehr weiß ich auch nicht und wir kommen auch nicht mehr ans Haus ran"

- O-Ton Uwe Kilian, Mieter eines der Wohnungen: "Ich habe zu Hause gesessen und Fernsehen geschaut - kurz nach 0 Uhr kam plötzlich die Polizei mit zwei Autos - die haben dort mit der Taschenlampe geleuchtet und fuhren anschließend wieder weg - 15-30 Minuten später fing es an zu brennen - ich dachte der schmeißt da Knallkörper runter, weil es auf einmal immer knallte - denn habe ich aber gesehen, dass es Feuer ist - ich schaute hoch und konnte sehen, dass es in der Wohnung in einem kleinen Zimmer brannte - das hat sich denn ruck zuck ausgebreitet, weil dort sehr viel Holz verarbeitet ist - wir mussten denn alle sofort raus und haben uns draußen aufgehalten - ich habe jetzt erstmal ein Zimmer bei meinem Vermieter bekommen"

    Unsere Bilder
  • Totale der Einsatzstelle
  • Flammen schlagen meterhoch aus Dach und Fenstern
  • Feuerwehr bei Löscharbeiten
  • starke Rauchentwicklung, Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten
  • Blick in brenneden Dachstuhl
  • zahlreiche Einsatzfahrzeuge vor Ort
  • Feuerwehr löscht Glutnester
  • Landwirt unterstützt Feuerwehr mit Gülle-Gespann
  • Feuerwehr pumpt Wasser aus Löschwasserbehälter
  • Schnittbilder NEU:
  • Tagbilder der Brandstelle
  • Ausgebranntes Gebäude
  • Eingestürzte Decken und eingestürzter Dachstuhl
  • Rauchentwicklung

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